Dr. rer nat. Steffen Held,DSHS Köln

Profil deutsch: 
Dr. rer. nat. Steffen Held arbeitet derzeit als Postdoktorand und Dozent an der Deutschen Sporthochschule. Er ist Mitglied in Prof. Donaths Labor "Abteilung Interventionsforschung im Training". In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit Muskelaktivitätsprofilen in Bezug auf den Mechanismus des Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus und der interventionsbasierten Kraft- und Ausdauerentwicklung bei hochtrainierten Sportlern. Steffen forscht derzeit auf dem Gebiet der Sportwissenschaft und Biomechanik, mit besonderem Interesse an der Trainingsphysiologie und der Anpassung an Training und Belastung.  Darüber hinaus befasst er sich mit der Optimierung von Training, Erholung und Leistungstests bei Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren.

Profile english: 

Dr. rer. nat. Steffen Held currently works as a postdoctoral researcher and lecture at the German Sport University. He is a member of Prof. Donath’s lab "Department of Intervention Research in Exercise Training". His dissertation focused on muscle activity profiles regarding stretch-shortening cycle mechanism and interventional based strength and endurance development in highly trained athletes. Steffen currently research in the field of sport science and biomechanics, with a special interest in exercise physiology and adaptations to exercise and training.  Furthermore, his research is about optimizing training, recovery and performance testing of children, adolescents, adults, and seniors.

further reference: 

Research:
https://www.researchgate.net/profile/Steffen-Held


Geschwindigkeitsbasiertes Krafttraining - Individualisierte Ansätze zur Steuerung und Monitoring von Training & Erholung

Krafttraining wird in der Regel basierend bestimmten Prozentsatz des Einer-Wiederholungsmaximums (1RM) gesteuert. Aktuell wird jedoch das geschwindigkeitsbasierte Krafttraining (velocitybased training – VBT) als alternative Trainingsmethode untersucht (Held et al., 2022). Beim VBT wird die Trainingsintensität Anhand der mittleren konzentrischen Geschwindigkeit (MCV) jeder Wiederholung gemonitort, wobei u.a. Seilzug (Held, Hecksteden, et al., 2021) oder Beschleunigungssensoren (Held, Rappelt, et al., 2021) verwendet werden. In diesem Kontext umfasst VBT zum einen Geschwindigkeitszonen (d.h. das Absolvieren eines Trainingssatzes von Wiederholungen innerhalb eines vordefinierten individuellen oder allgemeinen Geschwindigkeitsbereichs) der Geschwindigkeitsverlustschwellen (velocity loss; d. h. das Durchführen von Wiederholungen innerhalb eines Satzes, bis die Geschwindigkeit unter einen vordefinierten Schwellenwert fällt) (Held, Hecksteden, et al., 2021). Daher zielte eine aktuelle Netzwerk-Meta-Analyse darauf ab, die Wirksamkeit verschiedener geschwindigkeitsbasierter (VBT) und traditioneller 1RM-basierter Krafttrainingsmethoden (TRT) auf Kraft- und Leistungsindizes zu analysieren.

Die Recherche wurde bis Dezember 2021 in den elektronischen Online-Datenbanken PubMed, Web of Science, PsycNet und SPORTDiscus durchgeführt, wobei folgende Einschlusskriterien galten: (i) kontrollierte VBT-Studien, (ii) Kraft- und/oder Sprung- und/oder Sprintparameter als Outcomes (iii), Probanden im Alter zwischen 18 und 40 Jahren und (iv) peer-reviewed und in englischer Sprache Publikationen. Zu weiteren Analyse wurden standardisierte mittlere Differenzen (SMD) unter Verwendung eines random effects Modells berechnet (Rücker & Schwarzer, 2015).

Vierzehn Studien mit 311 gesunden Probanden wurden ausgewählt, und es wurden 3 Netzwerke (Kraft, Sprung und Sprint) gebildet. VBT, TRT, repetitions in reserve (RIR), low velocity loss (lowVL), und high velocity loss (highVL) wurden für jedes Netzwerk gerankt. Basierend auf den P-Score-Ranglisten zeigten LowVL (P-Score ≥ 0,59; SMD ≥ 0,33) und HighVL (P-Score ≥ 0,50; SMD ≥ 0,12) im Vergleich zu VBT (P-Score ≤ 0,47; SMD ≤ 0,01), TRT (P-Score ≤0,46; SMD ≤ 0,00) und RIR (P-Score ≤ 0,46; SMD ≤ 0,12) vorteilhafte Effekte auf die Kraft-, Sprung- und Sprintleistung. 

Zusammenfassend zeigte sich, dass lowVL und highVL bemerkenswerte positive Auswirkungen auf die Kraft-, Sprung- und Sprintleistung haben. Insbesondere bei der Sprungleistung führte lowVL zu günstigen Verbesserungen im Vergleich zu allen anderen Krafttrainingsmethoden. Anknüpfend an diese Befunde sollen weitere Befunde des VBT zur Erholung und Training diskutiert werden (Held et al., o. J.; Held, Hecksteden, et al., 2021).

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